„Learn JavaScript deeply!“

Ich hatte vor einiger Zeit die Gelegenheit, mich einmal ausgiebig mit Zac Gordon zu unterhalten. Früher hat Zac für den Workshop-Anbieter Treehouse WordPress-Kurse produziert. Nachdem Treehouse ihre Bemühungen im  WordPress-Bereich über Nacht komplett eingestellt haben, musste Zac sich nach Alternativen umsehen und hat kurzerhand den Kurs JavaScriptforWP gestartet. Das Thema für unser Gespräch waren also naheliegend: JavaScript für WordPress.

Simon: So Zac, lass uns über JavaScript sprechen.

Zac: Ich bin bereit!

Im Dezember 2015 hat Matt Mullenweg die WordPress-Community aufgefordert, JavaScript zu lernen.

Genau, das war beim WordCamp US 2015. „Learn JavaScript deeply“ war sein Aufruf.

Ich bin ein bisschen hinterher, was das angeht.

Weißt du, eigentlich würde ich gern einen Kurs geben, der hinterfragt, ob du JavaScript wirklich so intensiv lernen musst. Ich mache es gerne, ich habe es lange unterrichtet und ich glaube, es wird am Ende nützlich sein, aber im Moment ist es vermutlich nicht für alle von uns nötig.

Naja, im Moment sieht es so aus, als würde früher oder später ein JavaScript-Framework wie React im WordPress-Core landen. Dann werden wir nur schwer um JS herumkommen.

Das stimmt. Ich glaube, die Arbeit, die ich mit meiner JavaScript Masterclass leiste, ist der Zeit im Moment 3 oder sogar 5 Jahre voraus. Einige der Best Practices stehen noch gar nicht sicher fest. Es wird besser, und wir kommen der Sache schon näher, aber wir sind noch nicht ganz da.
Und sind wir mal ganz ehrlich: wie viel JavaScript musst du im Moment wirklich können, um mit den normalen Aufgaben klarzukommen?
Nicht viel, aber je mehr das Backend auf JavaScript setzt … Gutenberg zum Beispiel. Ohne JS wirst du da in Zukunft nicht weit kommen. Im Moment sind wir noch nich so weit, aber weil das Lernen eine Weile dauert und außerdem kein Wochenendprojekt ist, lohnt es sich, langsam damit anzufangen.

Wie kommt es, dass du den Leuten jetzt JavaScript beibringst?

Ich bin mir nicht ganz sicher. Ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Alle, die meine Hintergrundgeschichte kennen, wissen, dass es da eine fast schon gruselige Überschneidung gab. Die Woche, in der Treehouse mir gesagt haben, dass sie die WordPress-Kurse nicht weiter betreiben wollten, war genau die Woche, in der Matt Mullenweg „Go learn JavaScript deeply“ verkündete. Von da an war es ein Selbstläufer. Es war klar, dass ich genau das machen muss, ich hatte es vorher aber nicht so geplant.

Du hast also zuerst WordPress bei Treehouse unterrichtet und bist dann innerhalb einer Woche komplett auf JS umgeschwenkt?!

Genau. Zum Glück kannte ich JavaScript da schon ziemlich gut. Ich habe es früher am College unterrichtet und bin dadurch immer noch ziemlich sattelfest. Als ich bei Treehouse anfing, bin ich aber in eine komplette WordPress-Blase eingetaucht und obwohl immer geplant war, eines Tages die REST-API zu unterrichten, kam ich nicht dazu, weil sie nicht in den Core kam, bevor ich dort aufhörte.
Ich wusste auf jeden Fall, dass ich ohne große Probleme zu JS wechseln könnte, aber ich hatte nie irgendwas mit React, Angular oder einem ähnlichen Tool gebaut.

Also habe ich mit vielen Leute gesprochen. Zum Beispiel bei Humanmade oder bei XWP konnte man mir echt helfen. Weston von XWP arbeitet am Customizer und ich habe aus diesen Unterhalten wirklich was mitgenommen.

Lass uns also über deinen Masterclass Kurs sprechen. Der Kurs ist in mehrere Teile aufgeteilt, oder?

Genau. Der Kurs ist grundlegend in vier Teile aufgeteilt. Der erste Teil behandelt die Sprache JavaScript von Grund auf. Wir setzen JS in ein Verhältnis zu HTML und CSS. Meine Art zu erklären ist dabei manchmal vielleicht etwas eigenwillig. Ich habe einen Hochschul-Hintergrund und mag es, Dinge wirklich im Detail zu erklären, während die meisten anderen Kurse nur erklären wie man von A nach B kommt. Teil eins ist also nur JavaScript. WordPress kommt praktisch nicht zur Sprache. Wir haben ab und zu mal ein etwas WordPressiges Beispiel, aber das war es dann auch.

Nachdem du im ersten Teil also JS gelernt hat, geht es im zweiten Teil an die API. Anschließend im dritten Teil kommen Frameworks. Der erste Teil ist ungefähr 25, vielleicht 30 Stunden lang. Die nachfolgenden Teile werden wesentlich kürzer ausfallen. Die Konzepte der REST-API sind einfach erklärt, sobald man die grundlegend Technik verstanden hat.

Für Teil vier führe ich im Moment Interviews mit vielen Leute.
Dieser Teil wird aus Case-Studies bestehen. Ich will, dass javascriptforwp.com die Anlaufstelle wird, bei der man die besten JS-Applikationen und Projekte finden kann, die diese einsetzen.

Sind schon alle Teile fertig?

Nein. Und genau das ist einer der schwierigen Punkte für mich gewesen – ich habe den Kurs ohne Inhalte gestartet und erst später angefangen, welche zu erstellen.

Das klingt super, den Kurs würde ich sofort kaufen.

Das haben tatsächlich viele Leute gemacht. Aber zu der Zeit hat der Kurs auch nur 99€ gekostet, das ist jetzt nicht mehr so.
Dafür habe ich mich entschieden, weil ich mich nicht hinsetzen, den Kurs erstellen und dann verkaufen kann. Bis ich fertig wäre, wären die Inhalte lange nicht mehr relevant.

Die kurze Antwort muss also lauten: Nein ich bin noch nicht fertig. Ich bin mittlerweile fast zwei Jahre dran und inzwischen etwas mehr als halb durch. Wenn alles gut läuft, könnten alle Kursinhalte also Ende 2018 fertig sein. Dann habe ich alle wirklich wichtigen Sachen zusammen. Aber da ist dann natürlich nicht Schluss. Es gibt so viel mehr zu WordPress und JavaScript zu erzählen. Ab einem bestimmten Punkt muss ich einfach festlegen, wo der Mastercourse aufhört und wo etwas Neues anfängt. Aber damit werde ich mich beschäftigen, wenn ich so weit bin.

Die Anmeldung zum Kurs ist nicht die ganze Zeit über möglich, sondern immer nur in einzelnen Phasen. Wie kommt das?

Ich folge mit den drei Einschreibe-Zeiträumen grob den entsprechenden Zeiten der amerikanischen Hochschulen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Ich wollte eigentlich vier Monate richtig hart arbeiten, in dieser Zeit den kompletten Kurs fertigstellen und dann den Rest des Jahres an einem Strand irgendwo in der Karibik leben. Das hat nicht so ganz funktioniert.

Ich wollte nicht, dass sich ununterbrochen Leute für den Kurs anmelden, die die Hintergrundgeschichte nicht kennen und ständig erklärt bekommen müssen, warum noch nicht alles fertig ist. Mit den Anmelde-Phasen fällt es mir wesentlich einfacher, die Aufmerksamkeit der Leute richtig zu lenken.

Außerdem hat mich Brian Krogsgard von Post Staus ziemlich früh darauf hingewiesen, dass ich die Preise für den Kurs in jeder Anmelde-Phase neu festlegen kann. Daher habe ich den Preis im Lauf der Zeit mehrfach verdoppeln und plane am Ende auf etwa 1.400$ zu kommen. Das ist der eigentliche Wert, den der Kurs in meinen Augen hat. Ich will den Preis nicht des Erhöhens wegen erhören, aber um die Möglichkeit zu haben, die Preise anzupassen.

Im Moment sind wir mitten in einer Anmelde-Phase [noch bis 10. Dezember]. Weißt du schon, wann die nächste Phase ansteht?

Nicht genau, nein. Wie ich erwähnt habe, folge ich mit meinem Zeitplan ein wenig den US Hochschulen. Frühling, Sommer, Winter. Aber auch das könnte sich ändern, wenn ich die Anmeldung zum Beispiel für eine ganze Zeit nicht wieder öffne, weil ich noch mehr Inhalte produzieren möchte.

Zac Gordon findet ihr auf Twitter @zgordon oder auf zacgordon.com.

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