In den nächsten Tagen treffen sich knapp 3.000 WordPress-Menschen aus aller Welt in Turin zum WordCamp Europe 2024. Weil das WCEU immer eine große und etwas unübersichtliche Veranstaltung ist, hier ein kleiner Guide für alle die nach Turin reisen – und diejenigen, die es nicht tun.

In Turin

Anreise

Zur Anreise mit Zug, Auto, Flugzeug oder Schiff muss ich jetzt, wenige Tage vor dem Camp hoffentlich nichts mehr sagen. Es gibt aber einige Details zu beachten:

Auf dem Weg von/nach Turin

Neben dem WCEU steht auch der G7 Gipfel in Italien an. Aus diese Grund führt die Italienische Regierung vorübergehend wieder Grenzkontrollen an allen Grenzen (also auch an Flughäfen) ein. In meinem Fall war das Prozedere recht überschaubar, dennoch sollte ein wenig zusätzliche Zeit eingeplant werden.

Weiterlesen: Der WCEU-Reisebegleiter

Wer mit dem Zug reist, sollte darauf achten, dass für den 16. Juni, der für viele wohl der Rückreisetag werden dürfte, ein Bahnstreik angekündigt wurde. Ob dieser Streik das gesamte Netz oder nur Teile betrifft, ist noch unklar. In jedem Fall wird es aber einen Notfallfahrplan geben.

In Turin

Tickets für den ÖPNV in Turin können mit der GTT TO Move App gekauft werden (in den Stores für Android und Apple). Am ehemaligen Fiat-Werk Lingotto, in dem das WordCamp stattfindet, hält die Metro Linie M1, die direkt zum Bahnhof Turino Porta Nuova fährt. Das WCEU-Team hat weitere Tipps für uns.

Contributor Day

Zur Teilnahme am Contributor Day ist eine zusätzliche Anmeldung erforderlich. Historisch betrachtet ist es zwar möglich auch ohne Tickets zum Contributor Day zu kommen, wegen des hohen Andrangs wird das aber nur in sehr begrenztem Maß möglich sein.

An dem Tag selbst wird es nicht nur WLAN für die Teilnehmenden geben. Für einige Teams, bei denen eine stabile dauerhafte Internetverbindung nötig ist, sollen in diesem Jahr auch kabelgebundene Verbindungen zur Verfügung stehen, was die Gesamtsituation deutlich entspannen dürfte. Aber wie immer gilt trotzdem: Hintergrund-Dienste, die viele Daten durchs Netz schieben, wie Dropbox, sollten vor dem WordCamp deaktiviert werden, wenn sie nicht absolut unverzichtbar sind.

Talks

Jede Menge spannender Vorträge warten auf uns und ein Blick in das vollständige Programm lohnt sich auf jeden Fall. Hier aber einige meiner persönlichen Highlights.

Freitag

Keynote: Sustainable open source is the future
Direkt zu Beginn etwas Nachhaltigkeit von Joost de Valk und Juliette Reinders Folmer.

Twenty Twenty-Four: Pushing Default Themes Forward
Jessica Lyschik berichtet aus dem Maschinenraum des aktuellen Standard-Themes.

Nobody loves the native search
Torsten Landsiedel ist in ein Rabbit-Hole zur WordPress-Suche gefallen.

The European Accessibility Act explained
Die wunderbare Rian Rietveld erklärt, was im nächsten Jahr mit neuen rechtlichen Vorgaben zur Barrierefreiheit auf uns zukommt.

Samstag

Accessible Presentations for WordCamps and Meetups
Als Organisator einiger Meetups finde ich diesen Vortrag von Stefano Minoia besonders spannend.

Practical Techniques for Sustainable Web Development with WordPress
Mein lieber Bekannter aus Dänemark Bjarne Oldrup beschäftigt sich schon lange mit ökologischen Ansätzen für Webentwicklung.

Please leave a gap. The importance of White Space in Web design.
Ein kleiner aber feiner Design-Vortrag von Ioanna Aravani um das Ganze etwas im Gleichgewicht zu halten.

Mit den Closing Remarks um 17:30 Uhr endet das Vortragsprogramm. In dieser knapp 60 minütigen Session wird dann auch der Austragungsort des nächsten WordCamp Europe bekannt geben. Dafür lohnt sich zu dieser Zeit im Übrigen auch ein Blick auf KrautPress.de.

Rahmenprogramm

Allerlei Partys sind um das WordCamp herum geplant. Für viele davon gibt es offene Anmeldeseiten – und bei einigen auch noch freie Plätze. Besonders das Picknick am Mittwoch Mittag sei allen wärmstens empfohlen, die zu dieser Zeit schon in Turin sind.

Für touristischere Aktivitäten hat das WordCamp-Team einen kleinen Reiseführer geschrieben, in dem sich auch der eine oder andere Rabatt für Eintritte bei diversen Attraktionen findet.

Kommunikation

Für die Teilnehmenden aus Deutschland haben wir in unserem Slack-Workspace einen extra Channel angelegt. Auf Social-Media gibt es den Hashtag #WCEU. Da ich persönlich mich dieser Tage vor allem im Fediverse herumtreibe, freue ich mich vor allem dort möglichst viele Posts zu sehen.

Zuhause

Livestreams

Wer es nicht nach Turin schafft, muss trotzdem nicht auf die Vorträge in den drei großen Tracks verzichten. Hier wird es auch in diesem Jahr wieder Livestreams geben. Die Links dazu werden wir hier ergänzen, sobald sie bekannt sind. Und natürlich werden alle Vorträge im Anschluss an das WordCamp auf WordPress.tv hochgeladen.

Social Media

Auch für die Zuhausgebliebenen gibt es unsere kleine Fediwall, auf der alle Posts, die mit dem #WCEU-Hashtag versehen sind, zusammenlaufen.

So weit zu unserem kleinen Reisebegleiter, wenn ihr noch Tipps habt, freuen wir uns über einen Kommentar zu diesem Beitrag.

Seit Jahren stöhnen Meetup-Organisator*innen regelmäßig über die Meetup.com-Plattform. Die Website, über die alle offiziellen WordPress-Meetups weltweit Termine und Anmeldungen verwalten, ließ schon immer Luft nach oben.

Immer wieder gab es Probleme, weil Städte, die nach amerikanischem Verständnis zu klein, in Europa aber ganz normal sind, gar nicht auswählbar waren. Übersetzungen waren über lange Zeit einfach falsch und seit einiger Zeit versucht sich Meetup.com an merkwürdigen Upsells, wenn man sich für ein Meetup angemeldet hat. „Oh, dir gefällt das Meetup Hamburg, wie wäre es mit einem Rabatt-Code für Memory-Schaum-Matratzen?“.

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Am Wochenende durfte ich an einem außerordentlich erfolgreichen WordCamp Leipzig 2024 teilnehmen. Wie jedes WordCamp hinterlässt auch dieses bei mir ein wohliges Community-Gefühl, aber auch noch ein wenig mehr … stehen wir am Anfang eines neuen Kapitels deutscher WordCamps? 

Das MVP-Camp

Was unterscheidet Leipzig von anderen WordCamps? Schon das zweite Jahr in Folge bricht das Orga-Team des WordCamp Leipzig mit einigen Konventionen, die wir beim Organisieren von WordCamps in Deutschland vorher nie wirklich hinterfragt haben.

Ein Standard WordCamp besteht in Deutschland aus einem oder zwei Tagen Konferenz-Programm mit mehreren parallelen Vorträgen, einem Contributor Day, einer Warmup-Party, einer After-Party, Kaffee, Mittagessen, Kuchen, Call-for-Speakers, Abendessen und allerlei aufwändig gestaltetem Druckmaterial und Website, 10-25 Sponsoren und 200-300 Teilnehmende. Und in einem (vermutlich) unterbewussten Streben nach Perfektion und Professionalisierung haben WordCamp-Orgas (mich selbst eingeschlossen) in den letzten Jahren versucht noch besser und noch größer zu machen.

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Vor über 6 Jahren habe ich hier auf KrautPress.de einen Artikel über Zwei-Faktor-Authentifizierung geschrieben, auf den ich heute noch gerne verweise, wann immer ich über die Sicherheit von WordPress (oder eigentlich jede Art von Online-Account) spreche.

In der Zwischenzeit hat sich meine Begeisterung für Zwei-Faktor-Authentifizierung kein bisschen getrübt. Und deshalb war ich besonders angetan, als ich vor einigen Monaten von den Plänen gehört habe, die Accounts von Benutzer*innen auf WordPress.org mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung zu sichern. Genau die ist seit heute Nacht offiziell als Beta-Test verfügbar.

Weiterlesen: Zwei-Faktor-Authentifizierung: WordPress.org ist sicherer geworden

Ab sofort können angemeldete Benutzer*innen auf WordPress.org ihren Account also zusätzlich absichern. Das Meta-Team greift dafür auf dasselbe Plugin zurück, das ich seit 2016 immer wieder empfohlen habe, hat aber ein eigenes sehr gelungenes Interface ergänzt.

Einrichtung auf WordPress.org

Ein Besuch auf wordpress.org/support/users/profile/edit/account/ befördert uns direkt auf die fragliche Seite.

Screenshot der Account-Einstellungen auf WordPress.org.
Neben Links zum Setzen von Passwort und E-Mail-Adresse finden sich hier auch Links zum Aufsetzen von Zwei Faktor Authentifizierung und Backup-Codes.

Von hier aus lässt sich mit wenigen Klicks nicht nur der zweite Faktor an sich einrichten, sondern auch einige Backup-Codes generieren. Letztere sind ausgedruckt, abgespeichert oder abgeheftet eine geschickte Alternative, falls die passende App für die Zwei-Faktor-Authentifizierung mal nicht zur Verfügung steht.

Screenshot von WordPress.org. Dialog, der zum Speichern frisch generierter Backup-Codes auffordert.

Wer sich noch etwas weiter voran wagen möchte, hat außerdem demnächst die Möglichkeit, einen Passkey als zweiten Faktor zu benutzen. Passkeys werden im Moment unter anderem von Apple, Microsoft und Google als Standard zur passwortlosen Authentifizierung vorangetrieben. Das Meta-Team arbeitet derzeit auch hierfür an einem passenden Interface.

Ausblick

Für den Moment ist der Einsatz eines zweiten Faktors optional, das Team denkt aber laut darüber nach, die zusätzliche Absicherung etwa für Plugin- oder Theme-Entwickler*innen verpflichtet zu machen.

Das ist unterm Strich eine wunderbare Neuigkeit für die allgemeine Sicherheit im WordPress-Ökosystem. Aber neben den sofortigen Sicherheitsgewinnen hoffe ich, dass der Einsatz des Two-Factor-Plugins auf WordPress.org der weiteren Integration von 2FA und Passkeys im WordPress-Core einen Vorschub leistet.

Josepha und Simon bei der Aufnahme des Interviews
Josepha und Simon während des Interviews. Foto: Dennis Hipp

Auf dem CloudFest 2023 im März hatte ich die Gelegenheit, mich mit Josepha Haden Chomphosy zu unterhalten. Die englische Audio-Version des Gespräch haben wir zeitgleich mit diesem Beitrag als Folge des PressWerk Podcast veröffentlicht. Hier gibt es eine leicht gekürzte deutsche Übersetzung.

Simon: Ich habe eine sehr dumme Frage. Dein Jobtitel ist »Executive Director of WordPress«. Was tut ein Executive Director of WordPress?

Josepha: Die Frage ist gar nicht dumm. Mein Job ist sehr schwierig zu erklären, weil nach ungefähr 20 Sekunden die Reaktion kommt: »Das ist kompliziert, das möchte ich nicht«. Also wenn ich dir meinen Job in einem Fahrstuhl erklären müsste, würde ich sagen, dass ich verantwortlich bin für die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden des WordPress-Projekts und -Ökosystems. Das würde ich sagen.

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Zé Fontainhas ist eine europäische WordPress-Legende. Er hatte beim offiziellen Übersetzungs-Team, den Polyglots, eine Weile den Hut auf, hat das WordCamp Europe gestartet und war 2014 wie niemand anderes entscheidend dafür, dass die deutsche WordPress-Community heute überhaupt existiert. Wir haben diesen Beitrag mit Zés freundlicher Erlaubnis aus dem Englischen übersetzt. Die originale Version findet sich auf zedejose.com.

Moment. Ich soll 250 Dollar für dein Plugin bezahlen und mir den Arsch abarbeiten, um sicherzustellen, dass es in meine Sprache übersetzt ist, damit ich es auch tatsächlich verwenden kann? Und du kannst jetzt alle meine Bemühungen und die von anderen als Verkaufsargument nutzen, um mehr Geld zu verdienen? Was?

Warum hat die WordPress-Welt diese Situation so lange stillschweigend hingenommen? Ich denke, wir können zumindest eine bösartige Verschwörung der Plugin-Anbieter ausschließen. Ich weiß wie viele Entwickler*innen und Agenturen arbeiten, ich habe im Laufe der Zeit mit einigen von ihnen zusammengearbeitet. Die Idee mit unbezahlter Arbeit von Freiwilligen Mehrwert für ein kommerzielles Produkt zu schaffen ist in den meisten Fällen nicht aus Gründen der Bosheit, sondern aus Gründen der Selbstgefälligkeit. Es gibt einfach keine Regel, die besagt, dass Übersetzer*innen für kommerzielle Arbeit entschädigt werden müssen (sollte es auch nicht geben müssen, das gebietet der Anstand.).

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Update 28. Februar 2023:
Die Openverse-Integration in WordPress 6.2 wird Bilder jetzt doch in der Mediathek lokal in WordPress speichern! Die Veröffentlichung der nächsten Beta-Version wurde zugunsten dieser Änderung auf den 1. März verschoben. 🎉

Mit WordPress 6.2 hält das Openverse Einzug in den WordPress-Core. Die Creative-Commons-lizenzierte Bild-Datenbank könnte Website-Betreiber*innen das Erstellen von Inhalten deutlich erleichtern – einfach nutzbare Bilder werden nur wenige Mausklicks entfernt sein.

Doch neben grundsätzlichen Bedenken, die ich persönlich im Hinblick auf Urheberrechte habe, stellt sich seit letzter Woche die Frage, ob die Openverse-Integration nicht auf ein grundsätzliche Problem zusteuert.
Wie es sich im Moment darstellt, soll das Feature zumindest zum Start von WordPress 6.2 ausgewählte Openverse-Bilder nicht zur lokalen Mediathek hinzufügen, sondern hotlinken.

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