Wie viel Besucherstatistik muss wirklich sein?

Die meisten Betreiber von Websites interessieren sich dafür, wie erfolgreich ihre Website ist. In den meisten Fällen misst sich dieser Erfolg in der Anzahl an Besuchern oder Aufrufen, die eine Seite erfährt. Die offensichtliche erste Lösung, die vielen dafür in den Kopf kommt: Google Analytics. Aber muss das wirklich sein? Gibt es nicht genug Alternativen? Und warum sind Besucherstatistiken überhaupt nötig?

Verbreitung und Privatsphäre

Nach Zahlen von w3techs setzen knapp 55% aller Websites auf das Tracking-Produkt aus dem Hause Google. Das ist verständlich, lässt es sich doch kostenlos nutzen, relativ schnell einrichten und einfach verwalten.

Wenn ich mit meinen Kunden über das Thema spreche, stelle ich immer wieder gern die Frage, welche Daten aus so einer Besucherstatistik eigentlich interessant sind. Ich habe keine Detaildaten zur Benutzung von Google Analytics gefunden, gehe aber schwer davon aus, dass ein Großteil der Anwender/innen nicht den vollen Funktionsumfang ausschöpft. Was interessiert mich, aus welchen Ländern die Besucher meines (deutschsprachigen) WordPress-Blogs kommen? Wie viele Sekunden sie auf eine bestimmten Unterseite verweilen, bevor sie auf Seite A oder B weiterziehen?

Gleichzeitig ist die Nutzung von Analytics teuer erkauft – mit den Daten der Besucherinnen und Besucher. Und in Zeiten von DSGVO und Cookie-Bannern würde ich den Einsatz von Analytics mindestens als zweifelhaft einstufen.
Wer seine Besucherinnen und Besucher so intensiv tracken will (für andere umfangreiche Analyse-Tools gilt selbiges), muss einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit Google abschließen, die eigene Datenschutzerklärung erweitern, IP-Adressen kürzen und hat dank zwingender Möglichkeit zum Opt-Out durch die Besucher dennoch keine 100% akkuraten Daten über die Leserschaft.

Worauf kommt es wirklich an?

Denken wir also einen Moment darüber nach, worauf es in den meisten Fällen für Betreiberinnen und Betreiber von Websites wirklich ankommt. Für mich sind das im Grunde zwei Punkte: werden meine Inhalte gelesen angesehen und woher wissen die Besucher/innen von meinen Inhalten?

Was im ersten Moment nach einer sehr extremen Einstellung aussehen mag, hat sich in der Vergangenheit für viele Websites als absolut ausreichend erwiesen.

Die datenschutzfreundliche Antwort: Statify

Wie so oft gibt es auch für Besucherstatistiken (mindestens) ein passendes WordPress-Plugin. Für diesen Fall fällt meine Wahl auf Statify. Das Plugin wird vom primär deutschsprachigen Pluginkollektiv betreut und weiterentwickelt. Das Pluginkollektiv besteht aus Menschen, die sich der Weiterentwicklung einiger populärer kostenlosen WordPress-Plugins verschrieben haben, die allesamt mit Datenschutz und Sicherheit im Zusammenhang stehen.
Kurz zur Transparenz: Ich bin Mitglied des Pluginkollektivs und damit zumindest indirekt an der Entwicklung von Statify beteiligt.

Schon lange vor der DSGVO war Statify bestens für die Anforderungen des deutschen Datenschutzes aufgestellt. Der Einsatz des Plugins ist (ausschließlich) ohne Cookies möglich und weil keine personenbezogenen Daten erhoben werden, ist auch kein Opt-Out und kein Eintrag in der Datenschutzerklärung notwendig.

Noch dazu werden alle Daten ausschließlich in der eigenen WordPress-Installation verarbeitet und gespeichert.

Das Statify-Widget in einem WordPress-Dashboard.

Auch im Auftritt setzt Statify eher auf Minimalismus und bringt lediglich ein Dashboard-Widget zur Visualisierung der eigenen Daten mit. Neben einem Verlauf der Seitenzugriffe für einen definierbaren Zeitraum gibt das Widget lediglich die Quelle von Besuchen aus (soweit bekannt) und zeigt, welche Seiten und Beiträge wie häufig aufgerufen wurden.

Durch den Verzicht auf Cookies und andere intrusive Tracking-Techniken zählt Statify auch nur das: Seitenaufrufe. Wiederkehrende Besucher oder genaue Verfolgung von Klick-Pfaden leistet das Plugin nicht. Das macht es für große Websites, die zum Beispiel für ihre Werbekunden auf genaue Daten angewiesen sind, sicherlich zu keiner sinnvollen Option. Für den großen Rest der Websites – privat wie kommerziell – sollten die erhobenen Daten aber durchaus ausreichend sein.

Statify steht auf WordPress.org kostenfrei zum Download.

7 Kommentare

  1. Hallo Simon,
    ich kann sehr gut verstehen, was du da schreibst. Ich werde Statify probieren. Bisher habe ich Matomo (ohne Cookie) empfohlen. Aber es kommt mir immer so vor wie mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.
    VG Jonas

Reposts

  • Torsten Landsiedel
  • Florian Brinkmann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.